Taufkirchen zerlegt im Derby die Spielvereinigung mit 8:0
Die sogenannte Woche der Wahrheit – 3 Spiele innerhalb von 7 Tagen – begann am Freitagabend für die Spielvereinigung beim Derby in Taufkirchen mit einer heftigen Abreibung. Gegen den ambitionierten Aufsteiger unterlag man deutlich mit 8:0. Es war nicht nur die vierte Saisonpleite in Folge, es war auch eine der höchsten Niederlagen, die man jemals in der Spielvereinigung- Vereinsgeschichte in Taufkirchen kassierte. Letztlich war die Kufner-Truppe chancenlos und durfte sogar noch froh sein, nicht zweistellig unter die Räder gekommen zu sein. Die beiden Angreifer Simon Koch (letzte Saison noch A-Junior) und Simon Wimösterer, spielten dabei mit der Jettenbacher Abwehr Katz und Maus, erzielten zusammen sieben der acht Treffer. Derbysieger, Derbysieger hallte es nach dem Schlusspfiff aus dem gebildeten Kreis der Taufkirchener Spieler, während die Kicker der Spielvereinigung, mehr als bedient zur Trainerbank schlichen. Kann man in den folgenden beiden Heimspielen gegen den SV Schonstett (Mittwoch 30.9. um 20.00 Uhr) und am Freitag um 19.00 Uhr gegen den SV Waldhausen den Schalter nicht umlegen, droht der Elf um Kapitän Sebastian Gottwald eine erneute Horrorsaison. Die Vorstellung in Taufkirchen bietet wenig Hoffnung, aber im Fußball kann sich vieles sehr schnell wandeln. Darauf muss man im Jettenbacher Lager bauen.
Spieldaten:
Ergebnis: 8:0 (4:0)
Tore Taufkirchen: Simon Koch (8./36./70./75.Min.) – Simon Wimösterer (23./28./73.Min.) – Matthias Bernhart (58.Min.);
Tore Jettenbach: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Sebastian Ehgartner, TSV Obertaufkirchen (Bezirksliga)
Ohne Probleme in einem ohnehin harmlosen Derby. Einzig die erste frühe gelbe Karte für Lukas Beham (erstes Foul) war im Auge des Berichterstatters unnötig. Diese führte nachher zur Ampelkarte;
Zuschauer: 120 (SR- Angabe im Spielbericht=150)
Gelbe Karten:
TSV Taufkirchen: Leonhard Kaltner;
SpVgg Jettenbach: Lukas Beham, Michael Gottwald, Artur Begert, Alexander Hannak;
Gelb/Rote Karte:
SpVgg Jettenbach: Lukas Beham (64.Min.);
Aufstellungen:
TSV Taufkirchen:
Patrick Berndlmaier, Manuel Wiedemann, Manuel Huber, Tobias Esterl, Maximilian Grübl, Stefan Hochreiter, Matthias Bernhart (C), Simon Wimösterer, Roland Weindl, Felix Fürstberger, Simon Koch;
Eingewechselt:
Martin Lanzinger (51.Min.), Leonard Kaltner (51.Min.), Stefan Steinhuber (65.Min.), Yannis Wagner (73.Min.), Matthias Fürstenberger (73.Min.);
Trainer: Stefan Gulden
SpVgg Jettenbach:
Erik Zitt, Lukas Beham, Marcel Schesler; David Schmalzgruber, Patrick Wieser, Sebastian Gottwald (C), Anton Hannak, Iulian Stoica, Liviu Pantea, Michael Gottwald, Artur Begert;
Eingewechselt:
Marius Loba (26.Min.), Emanuel Ciurdaru (26.Min.), Alexander Hannak (39.Min.), Alexander Harih (46.Min.);
Trainer: Raphael Kufner
Spielbericht:
Während die Gastgeber mit 2 Siegen (Waldhausen, Albaching), einem Remis (Schonstett) und einer Niederlage (Maitenbeth) als Aufsteiger sehr gut in die neue Saison gestartet sind, standen auf Seiten der Spielvereinigung drei Niederlagen (Gencl. Wasserburg, Halfing, Amerang). Die Voraussetzungen vor dem Verwaltungsgemeinschafts-Derby also alles andere als gut für die Spielvereinigung, zumal auch noch Raphael Kufner, Florian Asanger, Maximilian Mußner, Erasmus Kurz, Danis Glamocic und Bassala Toure (in dieser Spielerpersonalie sollte man schnellstens für Klarheit sorgen) nicht auf dem Spielbericht standen. Dafür standen u.a. Michael Gottwald und Liviu Pantea in der Startelf, die sich vor dem Anpfiff noch reichlich einschwor, als die Spieler der Gastgeberelf schon heiß auf den Anpfiff waren. Zuletzt standen sich die beiden Teams in der Saison 2023/2024 in Punktspielen – ebenfalls A-Klasse Gruppe 3 – gegenüber. Damals gingen 4 (4:1 Sieg und 0:0 Remis) der 6 Punkte an die Spielvereinigung.
Die Partie begann mit einer ersten Chance für Lukas Beham, der nach einem Freistoß von Patrick Wieser in den Strafraum den Ball nicht richtig mit der Stirn, sondern mehr mit Schulter und „Ohrwaschl“ traf. Der erste richtige Angriff der Gulden-Elf führte dann in der 8.Minute bereits zum Rückstand. Joungster Simon Koch überlief die offene Jettenbacher Abwehr und hob den Ball über den herausgeeilten Torhüter Erik Zitt in den Kasten. Die Kufner-Elf bereits im Gegenzug mit der Ausgleichschance, der Distanzschuss von Michael Gottwald nach Zuspiel von Iulian Stoica streifte den Außenpfosten. Im Anschluss kamen die Gastgeber immer besser in die Partie, auch weil die Abstände in der Defensivabteilung der Spielvereinigung immer größer wurden. Ein bereits in den vorherigen Spielen gezeigtes großes Manko. Torhüter Zitt konnte bei zwei Schüssen von Wimösterer noch das 2:0 verhindern, ein Schuss von Maximilian Göbl aus aussichtsreicher Position ging zudem noch drüber, ehe ein weiteres „warmherziges“ Abwehrverhalten zum 2:0 für die Gastgeber führte. Wimösterer fackelte nicht lange, seine Direktabnahme nach einer Flanke sehenswert aber auch aus total freistehender Position erzielt. Jettenbach`s Abwehr um den an diesem Tag außer Form agierenden Kapitän Sebastian Gottwald, auch in der Folgezeit zu passiv in den Zweikämpfen und mit Glück, als Koch ebenfalls nur den Außenpfosten anvisierte. Bereits früh in der Begegnung schickte Coach Kufner die Akteure Marius Loba und Emanuel Ciurdaru (beide 26.Min.) aufs Feld. Man spielte zwar etwas mit, hatte auch bei den Abschlüssen, die Abwehr der Gastgeber war durchaus verwundbar, etwas Pech. So strich ein Distanzschuss von Marcel Schesler nur knapp vorbei und bei einer Doppelchance wurden die Schüsse von Loba und auch der Nachball von Taufkirchener Abwehrbeinen geblockt, ehe sie Schaden anrichten konnten. Auch bei einem sehenswerten Freistoß von Sebastian Gottwald fehlte nicht viel (Torwart Berndlmaier war im Eck) zu einem Treffer, der der Begegnung vielleicht noch Spannung verleihen hätte können. Nach dem 3:0 durch Wimösterer und dem 4:0 durch Koch, war das Spiel dann entschieden. Beide Angreifer der Taufkirchner konnten schalten und walten wie sie wollten. Das Jettenbacher Abwehrverhalten einer A-Klassenmannschaft nicht würdig. Die Gastgeber in der ersten Halbzeit auch mit der besseren Spielanlage, Zweikampfstärker, wesentlich schneller und auch im Abschluss mit der nötigen Ruhe und Cleverness.
Jettenbach`s Ehrenvorstand und Edelfan Peter Heindl witzelte zur Pause noch über den Spielstand. Wenn es so bleiben würde, hätte ich 4 Punkte im Tippspiel der Mittwochs-Stammtischrunde. Nun ja, zehn Minuten später war sein Ergebnis nur noch Makulatur. Spielführer Matthias Bernhard, einer der Oldies in der jungen Taufkirchener Mannschaft, nutzte nach einem Pass in die Tiefe seine freie Bahn und ließ auch Zitt keine Abwehrmöglichkeit. Zuvor hatte auf Jettenbacher Seite, der eingewechselte Alexander Harih aus 16 mtr. verzogen. Die Gastgeber weiterhin die aktivere, klar bessere Mannschaft. Als man gleich mit 3 Spielern alleine auf Keeper Zitt zulief, verspielte man ein weiteres Tor leichtsinnig. Koch scheiterte an einer Klasse-Fußabwehr von Zitt am 6:0, ehe eine typische Spielszene zu eben jenen Treffer führte. Koch nahm in einem Laufduell über 30 Meter, Jettenbach`s Sebastian Gottwald glatte 15 mtr. ab, der Rest nur noch Formsache. Die Gastgeber einfach zu schnell für die immer mehr aus allen Fugen geratene Jettenbacher Defensive, die zudem Lukas Beham durch die Ampelkarte verlor. Während sich einige Zuschauer mit dem Handy dem Abendrot am Taufkirchener Himmel widmeten, andere sich über Gott und die Welt unterhielten, wurde das Spiel immer zerfahrener und einseitiger. Viele Wechsel (auch zahlreiche Rückwechsel) trugen dazu bei. Die Gastgeber nutzten ihre nunmehr totale Überlegenheit zu zwei weiteren Treffern, vergaben anschließend noch weitere Chancen zu einem durchaus möglichen zweistelligen Sieg So landete ein Freistoß von Martin Lanzinger am Lattendreieck.
Jubel bei der Taufkirchener Mannschaft, die insgesamt auf dem richtigen Weg ist und durchaus auch im oberen Tabellendrittel mitspielen kann, nach dem Schlusspfiff. Tristesse bei den Jettenbacher Spielern und Zuschauern. C-Klassenreif nannte ein Taufkirchner Zuschauer die Jettenbacher Leistung an diesem schönen Herbstabend. Nur ganz wenige Gründe sprachen dagegen!
Fazit:
0 Punkte – 3:21 Tore nach 4 Spielen. Der Start der Kufner-Elf in die neue Saison ist vollkommen missglückt. Dennoch sollte man auch nach dem Debakel in Taufkirchen nicht den Kopf in den Sand stecken. Es heißt die gravierenden Mängel in Abwehr und Zweikampfverhalten abzustellen und im Angriff effizienter zu werden. Das man auch spielerische und technische Mängel hat, war schon von Anfang an klar. Man muss die Mankos über Kampfgeist und Leidenschaft ausgleichen. Bringt man auch diese Eigenschaften nicht auf das Feld, sieht es für die weiteren Begegnungen düster aus.
Eine Anekdote aus einem früheren Spiel (Ende der achtziger Jahre in der damaligen B-Klasse) ebenfalls in Taufkirchen:
Auch damals machte die Jettenbacher Mannschaft eine schwere Zeit durch. Dem jetzigen Berichterstatter, damals Jettenbacher Abteilungsleiter, war die Elf zu passiv, zu harmlos im Auftreten und Zweikampfverhalten. Er machte sich so seine Gedanken und legte in den Dressenkoffer über der Spielkleidung mehrere Packungen „Babywindel“. Die Mannschaft verstand, kämpfte und fighte und gewann schließlich mit 1:0. Auf dem Spielfeld und im Kabinengang der Taufkirchner Mehrzweckhalle ging es zudem hoch her. Ein Taufkirchner Spieler (Name bekannt) verstand die Aufforderung vom Jettenbacher AL an seinem Spieler (Name bekannt) – „beiß ihm die Bandage runter“ auf dem Spielfeld falsch und wollte in der Halbzeitpause den Jettenbacher AL an den Kragen. Der damalige Taufkirchener Trainer (Name bekannt) ging schließlich dazwischen, trennte die beiden Streithälse, bevor es handgreiflich geworden wäre. Eine Episode, aber die Leidenschaft, die man auch der heutigen Jettenbacher Fußballer-Generation wünscht. Die Spiele gegen den ebenfalls gut in die Saison gestarteten zweiten Aufsteiger und Meister Schonstett, sowie gegen den Lokalrivalen SV Waldhausen werden zeigen, wohin der Jettenbacher Weg führt.
Taufkirchen – 25.09.2026
Bericht: Peter Schillmaier