Spielvereinigung unterliegt beim SV Genc.Wasserburg deutlich mit 1:5
Es war der von vielen bereits im Vorfeld befürchtete schwere Saisonauftakt für die Spielvereinigung. Und es wurde auch nichts mit einer Überraschung wie in der Vorsaison, als sich Gottwald und Co. mit einem 4:1 Heimsieg gegen den SV Genc.Wasserburg extrem wichtige 3 Punkte holten, die für den späteren Klassenerhalt mit ausschlaggebend waren. Die deutliche 5:1 Niederlage zeigte auf, dass die Mannschaft von Neutrainer Raphael Kufner auch in der Saison 2026/2027 einen harten und steinigen Weg vor sich hat. Man hielt die verdiente Niederlage, im Gegensatz zum Auswärtsdebakel der letzten Saison, als man im Waldstadion zu Reitmehring sang- und klanglos mit 12:1 unterging, noch einigermaßen in Grenzen. Viele Pluspunkte konnte das Team vom Inn allerdings nicht sammeln. Lobenswert der Teamspirit – einzig „Meckertante MM“ fiel trotz sicherlich gut gemeinter Ratschläge auf -, auch der nie erlahmende Kampfgeist ist positiv zu bewerten. In spielerischer Hinsicht, bei der Technik sowie in Sachen Zweikampfverhalten sowie Zweikampfstärke ist jedoch noch reichlich Luft nach oben. Besser machen kann man es bereits am kommenden Freitag um 19.00 Uhr auf eigenem Platz in Jettenbach, wenn der FC Halfing (startete mit einem 2:2 Remis zu Hause gegen den FC Maitenbeth) zu Gast ist. Halfing spielte in der letzten Saison in der A-Klasse Gruppe 2 und rettete sich dort nur knapp vor einem Abstieg. Eine Mannschaft auf Augenhöhe also?
Spieldaten:
Ergebnis: 5:1 (3:0)
Tore:
SV Genc.Wasserburg: Cüneyt Pala (12./30./68.Min)., Enes Samur (17.Min.), Musa Dula (80.Min.);
SpVgg Jettenbach: Iulian Stoica (70.Min.)
Schiedsrichter: Lukas Liebler, TuS Bad Aibling (Kreisliga)
Wartete mit einer großzügigen Linie auf. Nicht immer konsequent, aber der junge Referee hatte das Spiel jederzeit im Griff.
Zuschauer: 50
Gelbe Karten:
SV Genc.Wasserburg: Cüneyt Pala, Erlind Bajrami;
SpVgg Jettenbach: Bassal Toure, Sebastian Gottwald;
Aufstellungen:
SV Gencerbirligi Wasserburg:
Manuel Scholz, Lion Tahiri, Hadi Zarakat, Dogukan Cicek, Cüneyt Pala (C), Ilka Serbeci, Erlind Bajrami, Vesel Smajli, Wahlt Deveci, Altin Abazi, Enes Samar;
Eingewechselt:
Davor Evic (46.Min.), Florent Syla (59.Min.), Musa Dula (69.Min.), Faruk Kölemenoglu (76.Min.)
Trainer: Dominik Süßmaier
SpVgg Jettenbach:
Erik Zitt, Florian Asanger, Lukas Beham, David Schmalzgruber, Patrick Wieser, Maxi Mußner, Denis Glamocic, Bassala Toure, Sebastian Gottwald (C), Iulian Stoica, Emanuel Ciurdaru;
Eingewechselt:
Marius Loba (46.Min.), Anton Hannak (62.Min.), Erasmus Kurtz (83.Min.), Alexander Hannak (83.Min.), Alexander Harih (85.Min.);
Trainer: Raphael Kufner
Spielbericht:
Ein Saisonauftaktspiel ist ja immer so etwas wie eine Wundertüte, obwohl die Vorbereitungsspiele schon erkennen lassen, wo in etwa der Hase lang läuft. Während die Gastgeber hauptsächlich im Totopokal (Siege gegen Ramerberg/Rott, Waldhausen und Albaching – Aus gegen Bezirksligist SV Bruckmühl) unterwegs waren, hatte die Mannschaft vom Inn doch große Probleme in den Spielen gegen die C-Klassisten Obertaufkirchen (knappe Niederlage) und Kraiburg 2 (knapper Sieg) sowie gegen A-Klassist TSV Kastl 2 (deutliche Niederlage), was nicht gerade optimistisch stimmte.
Zum Saisonauftaktspiel hatte dann (Spieler) Trainer Raphael Kufner seine fast komplette Kapelle am Start. Die „Ruhestands-Rückkehrer“ Lukas Beham und David Schmalzgruber waren ebenso in der Anfangself, wie die beiden Neuzugänge vom TSV Haag Torwart Erik Zitt und Stürmer Bassala Toure (spielte ja schon einmal für die SpVgg). Es fehlten allerdings der verletzte Liviu Pantea, Abwehrrecke Artur Begert und der noch aus dem letzten Saisonspiel der Vorsaison in Albaching gesperrte Marcel Schesler. Auch der Coach sah sich die erste Partie nur von der Seitenlinie aus an.
Mit sieben Minuten Verspätung schickte der Referee dann beide Mannschaften auf den Platz, der mehr einer zertrampelten und abgestorbenen Wiese glich. Aber damit mussten beide Teams klarkommen. Während Patrick Wieser mit einem Fernschuss eine erste Torannäherung probierte, schlugen die Gastgeber mit dem ersten nennenswerten Angriff gleich zu. Etwas glücklich versenkte Wasserburgs agiler Kapitän Cüneyt Pala den Ball mittels Innenpfosten im Jettenbacher Tor. Im Vorfeld des erfolgreichen Abschlusses waren Jettenbachs Abwehrspieler nicht nah genug an ihren Gegenspielern. Im Anschluss an einen zu kurz abgewehrten Freistoß – vorausgegangen eine schöne Kombi – verzog Wieser aus 16 mtr. doch deutlich. Wesentlich besser machten es die spielerisch überlegenen Gastgeber in der 17.Minute. Glamocic bei einem Zweikampf im Mittelfeld fiel zu unentschlossen, die weiteren Abwehrspieler erneut viel zu weit von den Gegenspielern entfernt und Enes Samur jagte die Kugel per Distanzschuss ins Netz. 2 Torschüsse der Elf von Coach Dominik Süßmaier – 2 Treffer! Das spärlich besetzte Jettenbacher Zuschauerlager (10 Fans) war bedient. Coach Kufner forderte über den Kapitän eine Trinkpause um nach zu justieren. Es half nicht viel. Denn kurz darauf hieß es 3:0 für den Verein von der Osterwies. Auch der dritte Torschuss landete im Netz. Erneut verlor Glamocic im Mittelfeld einen Ball, erneut blieb er stehen statt nachzulaufen und Pala nutzte zudem mittels eines Hebers den Platz zwischen dem weit vor dem Tor stehenden Zitt und des damit freien Kastens. Bei einigen Jettenbacher Angriffen ging der letzte finale Steckpass daneben. Entweder rochen die Gastgeber die Lunte und konnten das Spielgerät abfangen oder aber es fehlte die Präzision. Stoßstürmer Toure wuselte zwar durch die Abwehrreihen der Gastgeber, richtige Torabschlüsse gab es nicht zu sehen. Immer wieder kam dagegen der letztjährige Tabellenfünfte über die rechte Abwehrseite der Spielvereinigung zum Durchbruch und meistens war dabei Cüneyt Pala im Spiel. So konnte Zitt in einem 1:1 Duell gegen Pala den vierten Treffer vor der Pause noch verhindern. Während die Gastgeber eine starke Effizienz zeigten, blieben die Angriffsversuche der Kufner-Truppe, die zwar phasenweise gut mitspielte, meistens vor der Strafraumlinie hängen.
Während die Gastgeber zum Wiederanpfiff Neuzugang Davor Evic auf den Platz brachten, schickte Kufner Marius Loba statt David Schmalzgruber in das Geschehen. Lange Zeit tat sich auf der „Rumpelwiese“ wenig, nur einige Frustfouls sorgten für etwas Unmut. Die Gastgeber hatten das Spielgeschehen im Griff, ohne aber für Furore zu sorgen. Einzig Pala sorgte erneut für Gefahr, als er nach einem Konter zu überhastet abschloss. Die Angriffsbemühungen der Mannen vom Inn weiterhin zu umständlich. Wasserburgs Keeper Manuel Scholz deshalb kaum gefordert. Wie man ein Tor erzielt, zeigten dann die Gastgeber in der 68.Minute. Einwurf Evic, Ballannahme Pala und trockener Schuss in den Giebel. Das Spiel damit endgültig entschieden und beide Trainer nutzten dies anschließend zu zahlreichen Wechseln. Für einen Lichtblick auf Jettenbacher Seite sorgte Iulian Stoica, der mit einem Distanzschuss unter die Latte in der 70.Minute den Ehrentreffer erzielte. Ein schönes Tor, mehr aber auch nicht. Die Wasserburger Wölfe zeigten noch einmal ihre Zähne, als die Inn-Mannen bei einem Konter kein Mittel gegen die Schnelligkeit der Gastgeber fanden. Dugukan Cicek nutzte die offene Jettenbacher Abwehr, legte uneigennützig quer und Pala sagte ein drittes Mal Danke! Das es nicht noch schlimmer wurde, hatten Gottwald und Co. zum einen Florian Asanger (klärte im letzten Moment) und zum anderen Keeper Erik Zitt zu verdanken, der mit einer Glanzparade einen weiteren Einschuss verhinderte. Auch Pala vergab eine weitere Großchance gegen nunmehr vollkommen ohne Struktur spielende Jettenbacher, die nur noch einen Abschluss von Alexander Hannak aufzuweisen hatten, der jedoch für Keeper Scholz nur eine Pflichtübung darstellte. Für mehr Aufsehen sorgte ein Scharmützel zwischen Wasserburgs heißblütigen Spielführer Cüneyt Pala (halt die Schnauze) und Jettenbachs Coach Raphael Kufner (komm nur her). Schiedsrichter Liebler beließ es ohne Karte oder Platzverweis (beides denkbar). Die von Kufner angenommene Entschuldigung von Pala beruhigte die Gemüter dann wieder, ehe das Spiel ohne größere weitere Aufreger sein Ende in einen verdienten Sieger mit dem SV Genc.Wasserburg fand.
Spielfazit:
Für Staunen bei den Wasserburger Zuschauern sorgte Jettenbachs Coach Raphael Kufner, als er vor der Begegnung eine Video-Kamera aufbaute. Nun, er wird die Aufzeichnungen nutzen, um seiner Mannschaft aufzuzeigen, wo es gehakt hat. Es heißt an einigen Stellschrauben zu drehen, um es beim Spiel gegen Halfing besser zu machen. Die vielfach erwartete Niederlage (vielleicht auch deshalb das mangelnde Jettenbacher Zuschauerinteresse) heißt es schnell abzuhaken und den Blick nach vorne zu richten. Der letzte Punktspielvergleich mit Halfing liegt lange zurück. Es war in der Saison 2009/2010 in der A-Klasse 3 u.a. mit einer 7:1 Niederlage in Halfing. Im Frühjahr 2023 trennte man sich in einem Freundschaftsspiel in Jettenbach schiedlich, friedlich mit 2:2. Ein Punktgewinn sollte auch dieses Mal die Mindest-Vorgabe sein. Dazu bedarf es einer Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel in Wasserburg. Spiele gestaltet man erfolgreich, wenn man in den Zweikämpfen die Oberhand behält und im Abschluss effizient ist.
Wasserburg/Reitmehring – 30.August 2026
Peter Schillmaier