Kontrastprogramm pur!

Spielvereinigung kommt in Albaching mit 11:0 unter die Räder

Was für ein Gegensatz! Vor einer Woche konnte die Spielvereinigung im Heimspiel gegen den TSV Soyen in einer Nervenschlacht noch mit einem 2:1 Sieg den Klassenerhalt feiern. Genau eine Woche später stand auf der Anzeigentafel im Nasenbachstadion des SV Albaching ein 11:0! Vor 7 Tagen noch Jubel auf und neben dem Platz, eine Woche später Tristesse und hängende Köpfe. Die Gründe hierfür sind schnell aufgezählt. Kurz vor der Abfahrt zum letztem Saisonspiel stand noch nicht einmal genau fest, ob man überhaupt mit 11 Spielern auflaufen kann. Absagen über Absagen. Teils nachvollziehbar – teilweise aber auch nicht. Bei einigen fehlte offenbar erneut der letzte Wille für ein Auflaufen. So musste sich eine Rumpftruppe von den Gastgebern abwatschen lassen. Die Spielanteile lagen bei 75 zu 25, das Torschussverhältnis in etwa bei 30 zu 3 zugunsten des Tabellensechsten in der Endtabelle Es hätte also durchaus noch schlimmer kommen können für die Elf von Trainer Dan Cuedan, der letztmals für die Spielvereinigung an der Seitenlinie stand. Der Klassenerhalt letzte Woche übertüncht vieles. Die Partie in Albaching war ein erneuter, krasser Rückfall. Man hätte sich ein anderes Spiel, ein anderes Auftreten gewünscht. Die Abteilungsleitung steht vor schwierigen Zeiten. Will man nicht wieder eine Horrorsaison erleben, muss sich vieles ändern. Man kann dabei nur viel Glück wünschen.

Spieldaten:  

Ergebnis: 11:0 (5:0)

Tore: 1:0 (18.Min.) Alexander Spielvogel – 2:0 (22.Min.) Matthias Bareuther – 3:0 (26.Min.) Sebastian Gschwendtner – 4:0 (36.Min.) Alexander Spielvogel – 5:0 (40.Min.) Kevin Kleindienst – 6:0 (59.Min.) Matthias Bareuther – 7:0 (68.Min.) Matthias Bareuther – 8:0 (77.Min.) Sebastian Gschwentner – 9:0 (83.Min.) Alexander Spielvogel – 10:0 (86.Min.) Tim Schillhuber – 11:0 (88.Min.) Veit Hundschell;

Schiedsrichter:

Gruppe Erding – keine Angabe auf der BFV-Homepage

Zuschauer: 35

Gelbe Karten:

Jeweils Fehlanzeige

Rote Karte:

Marcel Schesler – SpVgg – 56.Min. Notbremse

Besonderheiten: Der mit einer roten Karte bedachte Marcel Schesler bestritt sein erstes Spiel für die Spielvereinigung;

Aufstellungen:

SV Albaching:

Bernhard Edlbergmeier, Stephan Sanftl, Leander Sturm, Thilo Simke, Sebastian Gschwentner (C), Kevin Kleindienst, Patrick Kainz, Tim Schillhuber, Michael Frühm, Matthias Bareuther, Alexander Spielvogel;

Eingewechselt: Luca-Elias Späth (46.Min.), Veit Hundschell (46.Min.), Tobias Kerschl (62.Min.)

Trainer: Alfred Trautbeck

SpVgg Jettenbach:

Alexandru Pol, Florian Asanger (C), Patrick Wieser, Danis Glamocic, Marcel Schesler, Anton Hannak, Iulian Stoica, El Mehdi Dkhissi, Marius Loba, Gerfried Friedrich, Dominik Dittrich;

Eingewechselt:

Erasmus Kurtz (61.Min.)

Trainer: Dan Cuedan

Spielbericht:

Respekt für eine Äußerung von Jettenbachs Torhüter Alexandru Pol nach dem Spiel zu den wenigen Jettenbacher Zuschauern. Danke für die Begleitung zu diesem Trauerspiel, so seine nicht ironisch gemeinte Aussage. Die Jettenbacher Fans an diesem Nachmittag ohne Spieler waren: Josef Heindl mit Frau, Josef Wieser, Monika Heindl, Bastian Stöckl (wurde als Linienrichter nicht gebraucht- der Unparteiische verzichtete auf Unterstützung, es waren auch keine Fahnen da), Lisa Winterer, Peter Heindl;

Respekt auch an jene Jettenbacher Spieler, die an diesem Tag aufliefen und sich dafür eine kräftige Watschn abholten, insbesondere an Dominik Dittrich, Gerfried Friedrich und Erasmus Kurtz (reiste sogar nach);

Respekt auch an demjenigen Jettenbacher Verantwortlichen für seinen „Bluff“ oder Humor, der den Spielbericht ausfüllte. Auf diesem standen Spieler, die nicht einmal ihre Schuhe mitgenommen hatten;

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Für beide Teams ging es um die goldene Ananas. Dennoch nahmen die Gastgeber das Match wesentlich ernster. Bereits vor dem Anpfiff motivierten sich die Albachinger im Kreis mit den Worten: heute wird um jeden Ball gekämpft! Bereits in der dritten Spielminute wäre Keeper Pol nach zu zögerlichem Herauslaufen geschlagen gewesen, hätte nicht Neuzugang Marcel Schesler nach einem Schuss von Old-Oldie und Torjäger Matthias Bareuther (immer noch fit und voller Tatendrang) auf der Torlinie geklärt. Aber auch auf der Gegenseite hätte es einschlagen können, als Patrick Wieser den Kollegen Marius Loba mit einem weiten Pass schickte und dieser frei vor Keeper Edlbergmeier auftauchte. Sein Lupfer aus 16 mtr. zu überhastet und knapp über das Tor. Es sollte die beste Jettenbacher Abschlussmöglichkeit in der ersten Hälfte bleiben. Schnell übernahmen die Gastgeber das Kommando auf dem Platz, obwohl sie im bisherigen Saisonverlauf auf eigenem Geläuf wenig überzeugen konnten. Ganze 2 Siege standen vor dem Spiel auf der Habenseite. Immer wieder stießen die Gastgeber in die Lücken der Spielvereinigung-Abwehr, die komplett neu zusammengestellt war. So hatte erneut Bareuther das 2:0 auf dem Fuß, verzog aber freistehend gewaltig. Besser machte es Teamkollege Alexander Spielvogel, der eine der vielen Freiheiten im Gästestrafraum dankbar annahm und in der 18.Minute das 1:0 erzielte. Vier Minuten später hatte dann auch Bareuther sein erstes Erfolgserlebnis, als er wie ein Slalomläufer im Strafraum agierte und Pol keine Abwehrchance ließ. Unser Keeper bewegt sich immer zwischen C-Klasse und Bayernliga, so Ehrenpräsident Peter Heindl, als er zuerst eine Glanzparade von Pol gegen Bareuther sah und im Anschluss das 3:0 durch Gschwendtner, bei dessen Flachschuss der Jettenbacher Keeper nicht gerade glücklich aussah. Das Spiel auch nach der Trinkpause zumeist auf Seiten der Trautbeck-Elf und mit einem freien Kopfball von Michael Frühm (der zweitbeste Albachinger Saisontorschütze (9 Treffer) blieb erfolglos, wie auch im weiteren Spielverlauf. Die Cuedan-Elf kam über einige Ansätze nicht hinaus und fing sich bis zum Pausenpfiff noch die Treffer von Spielvogel (36.Min.) und Kevion Kleindienst (40.Min.) ein. Der letzte Treffer vor dem Pausenpfiff zeigte die teils katastrophale Abwehrleistung so eindeutig auf, dass sogar das Wort „Witzabwehr“ fiel.

Die Stimmung bereits auf dem Tiefpunkt, kein Vergleich zum Wochenende vorher. Bei mageren 35 Zuschauern auch kein Wunder. Einige Jettenbacher Fans dürften sich gesagt haben: „bevor i mi aufreg – is ma liaba wurscht“ und blieben deshalb zu Hause. Das Bild nach dem Seitenwechsel auf dem knochenharten Spielfeld identisch wie in der ersten Spielhälfte. Peter Heindl blieb dennoch optimistisch und verkündete etwas voreilig: wir bekommen nur noch 2 Gegentreffer. Das habe ich mit unserem Keeper vereinbart! Nun ja, Pol verhinderte bei einem Durchbruch von Bareuther glänzend das 6:0, war aber im Anschluss beim Elfmetertor des gleichen Spielers chancenlos. Zuvor wurde Bareuther bei einem Alleingang von Neuzugang Schesler im Strafraum unzweifelhaft von den Beinen geholt. Schesler sah zudem die rote Karte, was für Aufregung bei den Jettenbacher Fans und insbesondere bei Maxi Mußner sorgte. Es gibt keine Doppelbestrafung mehr, so die lautstarken Aussagen. Der Schiedsrichter davon unbeeindruckt. Die Regel besagt, dass er bei einer Auslegung als Notbremse, durchaus die rote Karte zeigen kann. Die Spielvereinigung nach einer Stunde somit nur mehr zu zehnt und weiter in argen Nöten. Erneut war es Bareuther, der beim zweiten Durchgang seines Slalomlaufes auf 7:0 stellte. Der frühere Landesligaspieler beim TSV 1860 Rosenheim (schaffte dort den Durchbruch nicht) hätte sich an diesem Tag die Torjägerkrone der A-Klasse 3 sichern können. Die Freiheiten grenzenlos, denn die Jettenbacher Mannschaft zerbröckelte mehr und mehr. Einzig Stoica sorgte mit gutem Einsatz und strammen Abschluss für eine brenzlige Situation im Strafraum der Gastgeber. In der restlichen Spielzeit sollten noch vier weitere Treffer (im einzelnen siehe Tore) zum zweistelligen Kantersieg der Gastgeber fallen. Bis auf den Gewaltschuss von Schillhuber aus 16 mtr. mittels Unterkante der Latte, war das Abwehrverhalten der Jettenbacher, so sah es nicht nur der Ehrenpräsident, schülerhaft!

Fazit:

Ein Fazit kann man sich angesichts des letzten Spieltages und der dritten zweistelligen Klatsche im Saisonverlauf (zuvor in der Hinrunde Niederlagen gegen den neuen Meister SV Forsting/Pfaffing (Gratulation an die Wasserburger Vorstädter) mit 12:0 und bei SV Genc. Wasserburg mit 12:1 sparen!

Albaching – 30.Mai 2026

Bericht: Peter Schillmaier