Die Oldies (Oidn) müssen es richten

Zittersieg der Spielvereinigung gegen den Tabellenletzten Aßling 2

Während die Damen der Spielvereinigung am Vorabend im Lokalderby gegen Waldhausen vor einer Rekordkulisse von über 100 Zuschauer ein kleines Feuerwerk (5:0 Derbysieg) abbrannten – viele Zuschauer waren noch einen Tag später äußerst angetan von der effektiven Leistung der Inn-Damen – konnten die Herren im Heimspiel gegen den Aufsteiger vom Büchsenberg nicht an ihre Lokalderby-Leistung gegen Kraiburg anknüpfen. Gegen die weiterhin sieglosen Gäste reichte es nach einer mehr als durchwachsenen Vorstellung dennoch zu einem knappen und eminent wichtigen Sieg. Garanten dafür waren die beiden Oldies Sergiu Iuga (38 Jahre) und Maxi Mußner (39 Jahre) mit ihren Toren. Insbesondere Iuga war der Leuchtturm in der Schlacht. Sowohl hinten wie auch vorne war der spielende Co-Trainer der Törring-Elf ein Beispiel für die anderen Spieler. In der Abwehr kompromiss- und schnörkellos sowie standhaft in den Zweikämpfen und Defensiv sowie Offensiv sehr Kopfballstark. Zudem über 90 Minuten mit dem Willen ausgestattet, das Spiel zu gewinnen. Bestes Beispiel hierfür sein Flugkopfballtreffer zum 2:1. Diese Einstellung hatte nicht jeder Akteur der Spielvereinigung, weshalb Trainer Dan Cuedan trotz des Sieges nicht mit dem Auftreten des Teams zufrieden sein kann. Bereits im Nachholspiel am kommenden Dienstag um 15.00 Uhr in Taufkirchen steht erneut ein sogenanntes 6-Punktespiel an. Die Gastgeber rangieren auf dem vorletzten Platz in der Tabelle, konnten im bisherigen Saisonverlauf noch nicht die gewünschten Leistungen zeigen und werden natürlich im VG-Duell alles daransetzen setzen, der Törring-Elf wie in der vergangenen Saison (2:0 Sieg für Taufkirchen) eine „Watschn“ zu geben.      

Die Spieldaten:

Ergebnis: 2:1 (1:1)

Torschützen:

SpVgg Jettenbach: Maximilian Mußner (11.Min.), Sergiu Iuga (67.Min.)

TSV Aßling 2: Jannik Hansen (28.Min.)

Zuschauer: 60

Schiedsrichter: Roberto Bürger, TSV Heiligkreuz

Zwar mit einigen nicht nachvollziehbaren Pfiffen aber insgesamt mit einer doch soliden Leistung;

Gelbe Karten:

SpVgg Jettenbach: Florian Asanger, Sergiu Iuga, Patrick Feulner;

TSV Aßling 2: Johannes Wieser, Robin Brunnthaler, Philipp Gackstatter;

Aufstellungen:

SpVgg Jettenbach:

Josef Manstetter, Florian Asanger, Sergiu Iuga, Jörn Sehlhoff (ab 46.Min. David Schmalzgruber), Sebastian Gottwald, Flavius Cuedan (ab 42.Min. Lukas Beham), Maximilian Mußner (ab 90+2. Thomas Haringer), Patrick Feulner, Marius Lobo, Raphael Kufner, Sebastian Greißl (ab 38.Min. Patrick Wieser);       

Trainer: Dan Cuedan

TSV Aßling 2:

Quirin Huber, Johannes Wieser (ab 72.Min. Tobias Kling), Christian Knoblich (ab 74.Min. Philipp Gackstatter), Robin Brunnthaler, Philipp Ertl (C), Yannick Lampl, Jannik Hansen (ab 39.Min. Martin Roßnagl), Josef Limberger, Theo Meier, Matthias Wimmer, Tobias Mayer;

Trainer: Stefan Holzmann

Spielbericht:

Auf die Frage des Reporters nach dem Ausgang des heutigen Spieles an Zuschauer Manfred Nitsch antwortete dieser: Heute gebe ich keinen Tipp ab, denn in den letzten Spielen die ich mir angeschaut habe (Anmerkung: zuletzt am Freitag das Spiel Buchbach gegen Vilzing) hat immer die Heimmannschaft verloren. Der ansonsten ewige Daueroptimist spürte wohl in seiner Blase ein gewisses Unwohlsein. Ganz verkehrt lag er nicht mit seiner spektischen Spielprognose, wie sich im Verlauf der Begegnung herausstellen sollte.

Dabei begann die dieses Mal von Kapitän Raphael Kufner (der Opa war ja lange Zeit Spielführer der Jettenbacher Ersten) angeführten Elf, durchaus nach Wunsch der Zuschauer (zum Spielanpfiff konnte man noch jeden Anwesenden die Hand geben) und Trainer Cuedan, der neben den Langzeitverletzten Thomas Mittermaier auch auf Florian Mittermaier und Michael Gottwald verzichten musste. Zudem fehlte der „Einspringer“ Dominik Fischer.

Bereits nach wenigen Minuten hatte Sebastian Greißl eine erste gute Chance, scheiterte aber an Gästetorhüter Quirin Huber. Ein Knipser wird aus den lauf- und einsatzfreudigen Sturmfrontmann keiner mehr. Wesentlich effektiver einige Minuten später Maxi Mußner. Nach seinem Treffer gegen Kraiburg erzielte er nach einem Pass von Flavius Cuedan über die Aßlinger Defensive den umjubelten Führungstreffer. Als Marius Lobo einen 60 mtr. Pass von Jörn Sehlhoff erlief, hatte der Anhang bereits den Torschrei auf den Lippen. Der Ball landete aber am Außennetz. Die Mannschaft in den ersten 20 Minuten klar spielbestimmend und mit einer Eckballvariante, bei der Kufner in Keeper Huber seinen Meister fand. Auch Greißl hatte noch eine weitere Topchance – überhasteter Abschluss, weder Torschuss noch Pass – ehe die Gäste mehr und mehr von der Spielvereinigung „gebettelt“ wurden am Spiel teilzunehmen und dieses sogar zu übernehmen. Man verlor zeitweise komplett den Faden, lud die Gäste (deren 1.Mannschaft spielte zeitgleich in der A-Klasse Gruppe 1 in Heufeld und unterlag dort im Spitzenspiel mit 0:1) regelrecht ein. So bei einen Konter nach einem Jettenbacher Eckball, als Aßling bei einer 3:2 Überzahl zu wenig daraus machte. Mit viel Glück und einer Fußabwehr von Keeper Manstetter vermied man zunächst noch einen Treffer, ehe dieser dann folgerichtig doch fiel. Ein äußerst schlampiges Abwehrverhalten ermögliche Jannick Hansen den Ausgleichstreffer. Das Mittelfeld fand überhaupt keinen Zugriff mehr, die eigenen Aktionen viel zu überhastet. Dabei wäre das Zauberwort gewesen: einfache Spielweise! So leicht und doch für die Törring-Kicker so schwer umzusetzen. Vor dem Pausenpfiff musste Trainer Cuedan reagieren. Zum einen konnte Sohn Flavius verletzungsbedingt nicht weitermachen, wurde durch Lukas Beham ersetzt, zum anderen reagierte der erfahrene Coach auf die Schwächen in der Offensive und nahm Greißl vom Platz. Dafür kam Patrick Wieser. Als sich Asanger ein dummes und unnötiges Einsteigen erlaubte, schloss ein nicht ungefährlicher Freistoß von Tobias Mayer eine Halbzeit ab, die für die Törring-Elf noch viel Luft nach oben aufzeigte.

In der Halbzeitpause nahm Coach Cuedan dann noch eine weitere Umstellung vor. Für Sehlhoff (erwischte einen total gebrauchten Tag) kam der lange verletzte David Schmalzgruber in die Elf. Ein zunächst belebendes Element, denn die Mannschaft zeigte zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder eine bessere Leistung. Man hatte mehrere Chancen durch Lukas Beham, Raphael Kufner und Marius Lobos, die man aber allesamt vergab. Der Gegner war abschussreif, fiel aber nicht. Trotz des umjubelten 2:1 durch Iuga mit sehenswerten Flugkopfball nach Freistoßflanke von Wieser in den freien Raum, kehrte keine Ruhe in das Jettenbacher Spiel ein. Im Gegenteil! Wie in der ersten Halbzeit verfiel man wieder in Lethargie. Trotzdem hatte man Chancen genug um das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Sebastian Gottwald, Lukas Beham (beide aus kurzer Distanz), Maxi Mußner (zu kompliziert) und Iuga (Freistoß) hatten den vorentscheidenden Treffer auf dem Fuß. Dieser gelang nicht und so kamen die Gäste immer mehr auf, setzten eine wacklige Jettenbacher Abwehr unter Druck. Als Iuga ein seltener Stellungsfehler unterlief, lag der Ausgleich mehr als in der Luft. Aßlings Josef Limberger stand völlig blank und setzte das Leder neben den Pfosten. Ob das Spiel bei einem Treffer total gekippt wäre, lässt sich schwer sagen. Auf alle Fälle hatte das Team noch einige brenzlige Situationen u.a. 4 Eckbälle am Stück zu überstehen. Keeper Manstetter (das eine oder andere Mal würde man sich ein kräftigeres Zupacken wünschen) hatte aber immer wieder seine Hände und Füße im Spiel. So ging der Kelch des Ausgleiches vorüber. Die letzte Chance im Spiel für Iuga (bester Jettenbacher) per Freistoß, den Keeper Huber (bester Aßlinger) mit einer Glanzparade aus dem Winkel holte. Danach noch vier Minuten Zittern in der Nachspielzeit, ehe der „Dreier“ perfekt war.          

Fazit:

Das Jettenbacher Spiel mit zwei starken Phasen (jeweils zu Beginn der beiden Halbzeiten) aber auch mit viel Krampf und Zittern in der übrigen Spielzeit. Man darf sich über drei wichtige Punkte freuen, mehr aber auch nicht. „Kopfkino“ war das Schlagwort einiger Zuschauer. Gemeint war eine gewisse Überheblichkeit der Mannschaft, die wohl auf Grund des starken Auftrittes gegen Kraiburg (die Tormaschinerie der Liga schlug am Wochenende in Haag (10:0 Sieg) wieder gnadenlos zu) zur Ansicht kam, gegen den sieglosen Aufsteiger aus Aßling mit links gewinnen zu können. Dazu fehlt jedoch der Elf die Qualität und die Abgeklärtheit. Man sollte sich nichts vormachen. Die nunmehr gesammelten 11 Punkte stammen bis auf den Kraiburger Punkt allesamt von Mannschaften, die im unteren Tabellendrittel zu finden sind. Die knappen Heimsiege gegen die beiden Aufsteiger Haag und Aßling 2 und der glückliche Sieg in Emmering sind zwar wichtig, aber nicht überzubewerten. Um sorgenfrei in die Winterpause gehen zu können, sind weitere Punkte überlebensnotwendig. Die Aufgaben in Waldhausen und zu Hause gegen Rechtmehring und Oberndorf (alles Spitzenteams) werden mehr als schwer. Bleiben noch vor der Winterpause die Partien gegen Taufkirchen und gegen Emmering 2 sowie das Spiel in Soyen um das notwendige Punktesoll zu erreichen. Der Schreiberling legt dieses auf 20 Punkte nach 15 Spielen fest. Ein Schnitt von 1,3 Punkten!  

Jettenbach – 30.September 2023

Bericht: Peter Schillmaier