Holzner sorgt für reichlich Holz im Punktekamin

Inn-Damen heizen SpVgg Attenkirchen ein

Der Herbst ist der Frühling des Winters, so ein französischer Philosoph. Wenn die Inn-Damen auch in den kommenden Spielen reichlich Punkte sammeln, dann kann es ein guter, warmer Herbst für die Spielgemeinschaft werden. Gegen die SpVgg Attenkirchen reichte es nach einer starken kämpferischen Leistung zum zweiten Dreier in Folge. Den Kamin weiter am Lodern halten, kann man bereits am nächsten Freitag beim Heimspiel gegen die SG St.Wolfgang/Lengdorf. Ein „kleines Derby“ mit Spielbeginn um 19.00 Uhr. Man wird wohl spielerisch noch eine Schippe drauflegen müssen, um sich auch in diesem Spiel die volle Punktzahl abholen zu können. Gegen die Gäste aus Attenkirchen – eine gestandene Bezirksligamannschaft – hatte man das Spielglück auf seiner Seite. Der knappe, letztlich glückliche Erfolg nicht unverdient, weil die Elf um Kapitänin Lea Marx in der Schlussphase der Begegnung alles auf dem Platz ließ. Mit dem 3:2 Sieg bleibt man auf eigenem Terrain weiter ungeschlagen. Die Macht vom Inn zeigte ein weiteres Mal, dass die neue Spielklasse „Bezirksliga“ keine Eintagsfliege sein muss.

Spieldaten:

Ergebnis: 3:2 (1:2)

Tore:

SG Jettenbach/Gars: 3 x Laura Holzner (2./54./84.Min.)

SpVgg Attenkirchen: Verena Kiermeier (11.Min.), Anna Ziegltrum (23.Min.)

Schiedsrichter:

Markus Geithner, SV Wacker Burghausen (Kreisliga)

Zeigte eine souveräne Vorstellung;

Zuschauer: 60

Gelbe Karten:

SG Jettenbach/Gars: Lea Zellner

SpVgg Attenkirchen: Fehlanzeige

Aufstellung:

SG Jettenbach/Gars:

Christina Roß, Laura Holzner, Nadine Negele, Lisa Winterer, Katharina Schmidinger, Simone Wastlhuber, Lea Marx (C), Romina Weißenberger, Marlene Sterflinger, Lea Zellner, Sharina Laggerbauer;

Eingewechselt: Nina Lorenz (26.Min.), Alexandra Bichlmeier (26.Min.), Mirjeta Ramizi (37.Min.)

Trainer: Christoph Annabrunner

SpVgg Attenkirchen:

Christina Puls, Lena Betzenbichler, Marlene Popp, Verena Kiermeier (C), Alexandra Kiermeier, Hannah Wagner, Lilian Möhring, Anna Ziegltrum, Barbara Sergl, Rebecca Frank, Eva Lachner;

Eingewechselt: Katharina Bauer (36.Min.) Franziska Lorenz (46.Min.), Andrea Nieder (46.Min.), Lea Bachner (78.Min.);

Trainer: Dominik Herl

Spielbericht:

6 Grad – ab und an ein paar Tropfen von oben – dick eingemummelte Zuschauer. Die eisernen Fans ließen sich auch von den ungemütlichen Bedingungen von einem Spielbesuch nicht abhalten. Dennoch war die Kulisse für Jettenbacher Verhältnisse etwas mau. Die, die dennoch gekommen waren, sahen einen heißen Beginn. Bereits in der zweiten Minute durften die einheimischen Fans jubeln. Laura Holzner, war nach einen etwas glücklich durch die Gasse gespielten Ball schnell wie ein Taifun, dadurch alleine vor Keeperin Christina Puls und bewahrte dabei einen kühlen Puls, um ein Wortspiel zu gebrauchen. Die Gäste aus Attenkirchen – der Ort aus dem Landkreis Freising – nennt sich auch das südliche Tor zur Hallertau, bewahrten jedoch einen kühlen Kopf und zeigten im Anschluss, warum die Mannschaft in den letzten Jahren stets im vorderen Mittelfeld der Tabelle zu finden war. Kompakt stehend, mit spielerischer Klasse und Zug zum Tor, bestimmten sie im weiteren Spielverlauf der ersten Halbzeit über längere Zeit den Spielverlauf. Insbesondere das Jettenbacher Mittelfeld um Weißenberger, Winterer und Marx hatte große Probleme, den Spielfluss der Gäste zu unterbinden. Der Ausgleichstreffer in der 11.Minute durch Spielführerin Verena Kiermeier dennoch glücklich. Der mehr als Flanke gedachte Torschuss überraschte Keeperin Christina Roß und fiel ins hintere Eck. Attenkirchen nutzte auch den zweiten Fehler der Inn-Damen in der Abwehr gnadenlos aus. Man vertändelte im Fünfmeter Raum den Ball, statt die Kugel einfach wegzuschlagen, versuchte man die spielerische Lösung und dies ging schief. Die Folge ein Abstauber von Ziegltrum und ein unnötiger Rückstand. Denn vor dieser fatalen Szene hatten Laggerbauer und Holzner die erneute Führung auf dem Fuß. Laggerbauer suchte erneut nicht den direkten Weg zur Kiste, der Abschluss dann deutlich drüber. Pech hatte Holzner, die noch an Keeperin Puls vorbeikam, der anschließende Schuss wurde aber von einer Abwehrspielerin von der Linie gekratzt. Die Gäste nach dem Führungstreffer mit einem gepflegten Fußball. Die besseren Abschlussmöglichkeiten jedoch auf Seiten der Inn-Damen. Lorenz setzte einen Schlenzer neben das Tor, Winterer traf nach einer Ecke das Spielgerät nicht exakt genug, ein Distanzschuss von Lea Marx ging knapp am Gehäuse vorbei und als Lorenz, die Torhüterin ausgespielt hatte, war keine beim anschließenden Querpass an der richtigen Stelle. Auf der Gegenseite hatte Abwehrchefin Kathi Schmidinger mit ihren Kameradinnen das Geschehen im eigenen Strafraum zum Großteil unter Kontrolle. Als man ein weiteres Mal nicht konsequent verteidigte, war Torhüterin Roß rechtzeitig unten, um einen weiteren Einschlag zu verhindern.

Eure Anzeigetafel gefällt mir nicht, so der Kommentar des „Gachte“ alias Herr von und zu Wastlhuber, als er sich eine warme Leberkässemmel zur Halbzeit schmecken ließ. 1:2 zeigte diese Tafel zu dem Zeitpunkt an. Die Führung für die Gäste nicht unverdient, sie agierten reifer als die Inn-Damen.

Auch die zweite Halbzeit sollte den Fans ein spannendes, packendes Spiel präsentieren. Beide Teams mit jeweils einer Anfangschance, ehe „Sägerin“ Holzner ein weiteres Mal zuschlug. Erneut war ein weiter Ball in die Schnittstelle von Katharina Schmidinger geschlagen, die Ausgangssituation. Keeperin Puls wollte rauslaufen, rutschte aus und Holzner behielt die Ruhe und Übersicht. Der Abschluss unter die Latte nur mehr Formsache für die Torjägerin, die sich anschließend die eine oder andere Ruhepause gönnte. Generell wurden die Beine der Inn-Damen von Minute zu Minute schwerer. Die Abstände der Mannschaftsteile dadurch größer und größer. Fast alle zweiten Bälle gingen zudem an die aggressiveren Gäste, die auf den Ausgleich drängten. Roß lenkte mit den Fingerspitzen einen Ball an die Querlatte, ehe sich auch bei der einen oder anderen Kontersituation für die Inn-Damen Chancen ergaben. Nach einer schönen Kombination und Querpass hatte Mirjeta Ramizi freie Schussbahn, scheiterte aber an einer guten Parade von Puls. Ein Abschluss von Laggerbauer zu brav, ein Distanzschuss von Weißenberger knapp neben das Tor. Die Schlussphase mit anschließender Nachspielzeit ließ dann die Gemüter noch einmal hochkochen. Kampf um jeden Ball, die Devise auf beiden Seiten. Die starke Lilian Möhring sorgte mehrere Male für Alarmstufe Rot im Jettenbacher Strafraum, wo sich jedoch Roß als sicherer Rückhalt erwies. Riesenjubel dann auf Seiten von Marx und Co in der 84.Minute. Mit letzter Kraft setzte Holzner auf der Außenbahn zu einem weiteren Spurt an, überlief ihre Gegenspielerin, der präzise Abschluss dann das Sahnestück auf ihren Auftritt an diesem Tag. Die restlichen Minuten bis zum Abpfiff dann ein Hoffen und Bangen. Attenkirchen zeigte warum die Mannschaft in den letzten 4 Begegnungen 10 Punkte holte, der Ausgleich gelang den Gästen aus der 2800 Seelengemeinde nördlich von Freising jedoch nicht mehr.

Fazit:

Den wenigsten dürfte bekannt gewesen sein, dass es schon einmal ein Fußballspiel zwischen Jettenbach und Attenkirchen (der Fußballverein wurde 1972 gegründet) gab. Zuschauer Wolfgang Beham hatte es noch im Kopf, war er doch damals selber noch am Ball, als gegen Ende der Siebziger Jahre das Spiel im Rahmen eines Pokalturniers der Herrenmannschaften in Attenkirchen ausgetragen wurde. Für die Damen war die Partie dagegen absolutes Neuland, wie auch einige andere Begegnungen in der ersten Bezirksligasaison. Man ist in der Klasse angekommen. Mit nunmehr 2 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen kann man beruhigt in die nächsten Begegnungen bis zur Winterpause gehen. 4 Partien stehen noch auf dem Spielplan. Kann man sich weiter steigern, könnte es ein schöner Herbst für die Inn-Damen werden. Trainer Christoph Annabrunner dürfte nicht alles am Spiel seines Teams gefallen haben. Er wird es im Training und bei den Spielbesprechungen aufarbeiten. Trotz zweier Siege sollte man demütig und auf den Boden der Tatsachen bleiben.

Jettenbach – 23.Oktober 2026

Bericht: Peter Schillmaier  / Fotos: Christian Gerstner