Chance verpasst – Showdown wartet

Lokalderby geht knapp mit 2:1 an den SV Aschau 2

Die Möglichkeit wäre da gewesen, um sich eine bessere Ausgangsposition im Abstiegskampf gegen den TSV Soyen zu sichern. Ob es eine unglückliche Niederlage war, bleibt dahingestellt, unnötig war sie auf alle Fälle. Man muss allerdings auch konstatieren, dass der Gastgeber die Mehrzahl an Chancen hatte und die Cuedan-Truppe zwar kämpfte, aber den absolut letzten Biss, die absolut letzte Leidenschaft vermissen ließ. An die Vorstellung, die man beim Spiel gegen Genc. Wasserburg bot, konnte man nicht anknüpfen, obwohl bis auf den verletzten Kapitän Sebastian Gottwald (Muskelfaserriss) und Thomas Mittermaier (nur auf der Bank) so ziemlich alles mit am Bord war, was man aktuell aufbieten kann. Es kommt somit zum alles entscheidenden Spiel gegen den TSV Soyen am kommenden Samstag den 23.Mai um 15.00 Uhr in Jettenbach. Die Ausgangslage ist klar. Bei einem Sieg – vorausgesetzt Soyen verliert sein Heimspiel gegen den Favoriten und Aufstiegsanwärter Forsting/Pfaffing (bei Einstellung des Berichtes noch nicht gespielt) – verbleibt man in der A-Klasse. Ansonsten heißt es weiter zittern und alles entscheidet sich am letzten Spieltag. Das Derby selbst ließ einiges zu wünschen übrig, obwohl es die eine oder andere etwas heißere Szene im Spielverlauf gab.

Spieldaten:

Ergebnis: 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 (9.Min.) Pascal Schön – 1:1 (55.Min.) Liviu Pantea – 2:1 (66.Min.) Edwin Hadzic

Schiedsrichter:

Johann Rappolder, SV Ramerberg

Man sollte ja generell froh sein, dass sich Leute als Schiedsrichter zur Verfügung stellen. Aber jeder Unparteiische sollte auch wissen, wann man am besten seine Pfeife in das Nachtkästchen oder sonst wohin legt. Wenn man permanent 40 Meter vom Geschehen entfernt ist, weil man es läuferisch ganz einfach nicht mehr schafft, ist so ein Zeitpunkt, so zumindest die Meinung des Berichterstatters, gekommen. Der Referee aus Ramerberg verlor in der einen oder anderen Spielszene komplett den Überblick.

Zuschauer: 90 -davon einige, die sich das vorangegangene Spiel der Aschauer Ersten gegen Waldperlach anschauten und die das Lokalderby bei der ein oder anderen Halbe, nur aus der Ferne und nebenbei interessierte!

Besonderheiten:

Aschau`s Luke Bokelmann scheitert mit einem Foulelfmeter (36.Min.) an der Querlatte;

Gelbe Karten:

SV Aschau 2: Dennis Borisic, Deni Kujovic;

SpVgg Jettenbach: Liviu Pantea, Alexandru Pol;

Aufstellungen:

SV Aschau 2:

Daniel Richter, Luke Bokelmann, David Fleißner (C), Edwin Hadzic, Moritz Zehetmaier, Baran Artuk, Hermann Plez, Pascal Schön, Rasim Loshi, Dennis Borisic, Sebastian Heimerl;

Eingewechselt:

Adam Bouchaara (85.Min.), Deni Kujovic (72.Min.), Leon Geidobler (72.Min.), Thomas Bätz (80.Min.), Allen Mathu (36.Min.);

Trainer: Heinz Hintermayr

SpVgg Jettenbach:

Alexandru Pol, Florian Asanger (C), Florian Mittermaier, Patrick Wieser, Maximilian Mußner, Danis Glamocic, Raphael Kufner, Iulian Stoica, Liviu Pantea, Artur Begert, Emanuel Ciurdaru;

Eingewechselt:

Flavius Cuedan (68.Min.), Marcel Schesler (76.Min.), Anton Hannak (79.Min.);

Trainer: Dan Cuedan

Spielbericht:

Mit dem Erfolgserlebnis gegen Genc.Wasserburg im Rücken und mit einem Blick in die Vergangenheit – Aschau 2 war in den bisherigen gegeneinander ausgetragenen Punktspielen, nicht nur im Hinspiel – immer ein dankbarer Gegner, sollte doch im Veilchen-Sportpark etwas möglich sein. Zumal Hintermayr und Co. bis auf Edwin Hadzic, auf keinen der zehn im Spielbericht der Ersten Mannschaft aufgeführten Ersatzspieler zurückgriffen. Auch im bisherigen Verlauf der Rückrunde zeigte der Aufsteiger ein schwaches Gesicht. Einzig beim TSV Soyen gelang ein knapper Sieg. Aber gleich zu Beginn zeigte sich, dass die Gastgeber im Angriff gefährlicher agieren sollten, als die Cuedan-Truppe. Dennis Borisic umspielte Keeper Pol, traf aber nicht ins leere Tor, sondern nur das Außennetz. Der Führungstreffer ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Pascal Schön hatte auf der Außenbahn leichtes Spiel und sein Schuss ins lange Eck bedeutete die frühe Führung (9.Min.) für die Gastgeber. Im Anschluss bot sich den Zuschauern ein Spiel im Mittelfeld, ohne größere Höhepunkte in den beiden Strafräumen. Die Abwehrreihen dominierten, ehe der auffällige aber auch etwas exzentrische Luke Bokelmann mit einem Schuss Torhüter Pol prüfte. Nur eine Zeigerumdrehung später bot sich plötzlich Liviu Pantea die Ausgleichschance, als er nach einem Aschauer Abwehrfehler etwas überraschend 25 mtr. vor dem Tor zum Abschluss kam. Das Tor frei – Richter stand weit vor seinem Kasten – aber Pantea traf die Kugel nicht richtig. Kurz darauf Alarm im Jettenbacher Strafraum und Schiedsrichter Rappolder das erste Mal im Blickpunkt. Torhüter Pol noch knapp innerhalb des Strafraumes zweiter Sieger im Zweikampf. Gelbe Karte und Elfmeter unstrittig. Dennoch eine (unnötige) Rudelbildung, die zur Folge hatte, dass Glamocic eine Zeitstrafe bekam, die er aber nur fünf Minuten absaß, weil der Unparteiische in der ganzen Situation überfordert wirkte. Den nach einiger Zeit ausgeführten Strafstoß setzte Bokelmann (mit 6 Saisontoren bisher bester Aschauer Torschütze) vehement an die Querlatte. In der Folgezeit beruhigte sich das Spiel wieder und Florian Mittermaier boten sich zwei Abschlussmöglichkeiten. Ein Drehschuss letztlich zu ungefährlich und als er nach einem Steckpass von Ciurdaru Platz für einen Konter mit Abschlussmöglichkeit hatte, war ein technischer Fehler (zu weite Vorlage) die Ursache für den fehlenden Torschuss. Die Begegnung bis zum Pausenpfiff geprägt von beiderseits vielen Ungenauigkeiten und wenig Spielfluss.

Auch in der zweiten Halbzeit erwischten die Gastgeber den etwas besseren Start, große Torchancen entstanden aus den Vorteilen jedoch nicht. Begert, Kufner und Co. waren zumeist erster Sieger. Nach fast einer Stunde Spielzeit Jubel im Jettenbacher Lager. Mit einer sehenswerten Aktion, bei glänzender Vorarbeit, setzte Pantea die Kugel aus 16 mtr. via Innenpfosten ins Aschauer Netz. Die Cuedan-Elf beflügelt, wesentlich besser im Spiel und mit einem tollen Querschuss von Stoica, den Richter entschärfte. Mehr aus dem Nichts – und auch überflüssig – dann wiederrum die Führung für die Gastgeber. Bokelmann setzte sich fast an der Torauslinie etwas zu leicht durch, seine Flanke erreichte am Elfmeterpunkt Hadzic, der sich im Kopfballduell behauptete und die Kugel ins Netz setzte. Torhüter Pol wohl etwas zu überrascht um sich den Ball noch zu fischen. Danach setzte der eingewechselte Mathu einen Eckball direkt an die Querlatte, ehe der Aufreger des Tages folgte. Wieder mittendrin der Unparteiische, der die Szene aus gut 40 mtr. Entfernung total falsch bewertete. Pantea, wurde im Strafraum von den Beinen geholt. Als alle, auch die Aschauer Spieler, mit dem Elfmeterpfiff rechneten, zeigte der Schiedsrichter zur Überraschung Pantea die gelbe Karte für eine Schwalbe. So kann man natürlich entscheidend in ein Spiel eingreifen. Die Partie in der Folgezeit mit einem kurzen Aufbäumen der Cuedan-Elf. Aber alle Bemühungen blieben erfolglos. Bei einigen Schüssen waren zu viele Aschauer Abwehrbeine im Weg und zu guter Letzt traf man noch unglücklicherweise auch den eigenen Mitspieler. Geidobler hatte in der Schlussphase für die Gastgeber dann noch zwei Möglichkeiten. Bei einem Flachschuss war Pol unten, ein weiterer Abschluss landete hinter dem Tor, auf den neu angelegten Kunstrasenplatz. Fehlende Kraft und damit auch fehlende Konzentration verhinderten ein letztes, erfolgreiches Anrennen der Spielvereinigung.

Fazit:

Es wäre durchaus mehr drin gewesen beim Lokalderby. Ehrenvorstand Peter Heindl sah ein typisches Remis-Spiel und hatte damit nicht unrecht. Es kam anders und somit versäumte es die Spielvereinigung, sich vor dem Schicksalsspiel gegen Soyen eine noch eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen.

Zur (vermutlichen) Ausgangslage:

Gewinnt die Spielvereinigung das Spiel gegen Soyen kann man zum Abschlussspiel in Albaching mit dem Bollerwagen – in Bayern sagt man Leiterwagen – und mit der Badehose anreisen, um im Nasenbach anschließend zu planschen. Spielt man Unentschieden wird die Sache schon haariger. Das Hinspiel endete bekanntlich beim 1:1 auch Remis. Der direkte Vergleich (vorrangig) dadurch Nebensache. Verliert man das Spiel, hätte man vor dem letzten Spieltag, die schlechtere Ausgangslage, auch wegen des deutlich schlechteren Torverhältnisses, dass bei einem eventuellen Punktegleichstand in der Abschlusstabelle greifen würde. Soyen spielt zu Hause gegen Oberndorf (für den SV O geht es um nichts mehr) und die Spielvereinigung muss in Albaching (auch für den SV A-der das Hinspiel 4:0 gewann, geht es um nichts mehr) antreten. Hitchcock lässt grüßen!

Liebe Fans: unterstützt am kommenden Samstag die Mannschaft über die gesamte Spielzeit. Bereits beim Einlaufen muss es knistern, anschließend die Hütte brennen. Bringt Freunde und Bekannte mit-jeder kann zum Erfolg beitragen!

Liebe Mannschaft: lasst am Samstag das Herz auf dem Platz, gebt alles aber auch wirklich alles für einen Erfolg. Ihr habt es in der eigenen Hand, eine sorry – beschissene – Saison noch in ein Happyend umzuwandeln und auch euren sympathischen Coach ein würdiges Abschiedsgeschenk zu unterbreiten.

Liebe Fans und Mannschaft: bringt das grün-weiße Blut in Wallung!

Bereits am Freitag steht ein weiteres Spiel an, dass es in sich hat. Unsere Damenmannschaft spielt das Lokalderby bei der SG Polling/Mühldorf. Spielbeginn um 19.00 Uhr in Mühldorf an der Auerstraße (Mößlinger Sportplatz). Auch die Damen benötigen einen Sieg, um dann die Meisterschaft am letzten Spieltag im Heimspiel gegen die SG Rechtmehring/Oberndorf eintüten zu können. Das punktgleiche Team vom TSV Altenmarkt wird in den letzten beiden Spielen nichts mehr anbrennen lassen. Machen das unsere Lady`s nach, zählt der direkte Vergleich und der spricht für die Annabrunner/Brader-Elf um Kapitänin Lea Marx. Fans, unterstützt auch hier die Mannschaft und reist mit voller Kapelle nach Mühldorf.

Ein Wochenende voller Emotionen, vermutlich voller Dramatik und hoffentlich positiven Ausgang für den Jettenbacher Fußball steht vor der Tür. Fußballer-Herz was willst du mehr.

Aschau/Jettenbach – 17.Mai 2026

Bericht: Peter Schillmaier