SG Ramerberg/Rott zu stark für die Spielvereinigung
Während die Gastgeber den „Strauchler“ des bisherigen Tabellenführer SV Forsting/Pfaffing (nur 0:0 im Heimspiel gegen Oberndorf) mit einem klaren 4:0 Heimsieg nutzten und sich nach Schlusspfiff als neuer Leader der A 3 feiern durften, heißt es für die Kicker der Spielvereinigung die erwartete Niederlage abzuhaken und sich auf die nächsten wegweisenden Spiele vorzubereiten. Die Cuedan-Elf blieb im 15.Saisonspiel bei besten Fußballwetter zum achten Mal ohne Torerfolg. Dabei zeigte die Elf um Kapitän Sebastian Gottwald in der ersten Halbzeit eine couragierte Leistung. Nach dem Wiederanpfiff baute man aber wieder einmal kräftig ab, hatte fast keinen eigenen Torabschluss mehr und letztlich auch einiges Glück, das es nur 4:0 ausging. In einer sehr fairen Begegnung – kaum zu glauben, wenn man einen Blick auf die Fairness-Tabelle des BFV wirft (beide Teams werden nur vom SV Waldhausen übertroffen) – offenbarten sich wieder einmal die bekannten Schwächen der Cuedan-Elf. In der Offensive total harmlos und in der Defensive fehleranfällig. Die neue Spielgemeinschaft aus Ramerberg und Rott hatte insgesamt leichtes Spiel und ging als verdienter Sieger vom Platz in Ramerberg.
Spieldaten:
Ergebnis: 4:0 (2:0)
Tore: 1:0 (22.Min.) Michael Wenisch – 2:0 (43.Min.) Nicolas Straub – 3:0 (62.Min.) Simon Hifinger – 4:0 (79.Min.) Michael Wenisch
Schiedsrichter: Florian Hechenberger, TSV Peterskirchen (Kreisliga)
Hatte mit der Partie überhaupt keine Mühe;
Zuschauer: 100
Gelbe Karten:
SG Ramerberg/Rott: Fabian Simmer
SpVgg Jettenbach: Fehlanzeige
Besonderheiten: keine
Aufstellungen:
SG Ramerberg/Rott 1:
Pius Heber, Christian Lerch, Tristan Steinbeiß, Christian Seifert, Johannes Forthomme, Florian Berger, Nicolas Straub, Lorenz Hifinger, Fabian Simmer; Michael Wenisch, Simon Hifinger (C);
Einwechselungen:
Stefan Bürgmayr (55.Min.), Richard Gasteiger (55.Min.), Lars Michael (74.Min.), Andreas Lang (74.Min.) + Rückwechsel
Trainer: Christian Wittmann
SpVgg Jettenbach:
Alexandru Pol, Florian Asanger, Thomas Mittermaier, Emanuel Ciurdaru, Anton Hannak, Patrick Wieser, Danis Glamocic, Raphael Kufner, Sebastian Gottwald (C), Marius Loba, Michael Gottwald;
Einwechselungen:
Alexander Harih (54.Min.), Martin Kempa (66.Min.), Gerfried Friedrich (76.Min.)
Trainer. Dan Cuedan
Spielbericht:
Nur die Daueroptimisten in der Spielvereinigung dürften sich vor der Begegnung beim Aufstiegsaspiranten SG Ramerberg/Rott etwas ausgerechnet haben. Obwohl die Hausherren im Saisonverlauf alle ihre bisher abgegebenen Punkte auf eigenen Platz liegen ließen und auch gegen Soyen beim 5:4 Heimsieg nicht überzeugten und obwohl man den Gastgebern aus dem Wasserburger Westen im Heim-Hinspiel bei der knappen 1:2 Niederlage stark Paroli bot, war die Elf um Toptorjäger Fabian Simmer (2.Ligaplatz mit 15 Treffer) doch der klare Favorit. Jettenbach`s Trainer Dan Cuedan musste seine Elf erneut umbauen, mit Florian Mittermaier, Artur Begert, Liviu Pantea und Maxi Mußner fehlten 4 Akteure aus der Anfangself des Heimspieles gegen Forsting/Pfaffing. Dafür liefen Raphael Kufner, Michael Gottwald, Marius Loba und Anton Hannak auf. Die Gastgeber begannen überlegen, den ersten Abschluss hatte aber Marius Loba, der als einziger Angreifer etwas Schwung in die Offensive brachte. Er setzte sich schön durch, der Abschluss aber alles andere als sehenswert und im zweiten Stock angesiedelt. Im weiteren Spielverlauf zum einem viel Glück auf Jettenbacher Seite, als bei einer Doppelchance zuerst Fabian Simmer an Keeper Pol scheiterte und der Nachball von Michael Wenisch aus kurzer Entfernung an den Querbalken ging, bevor man die brenzlige Situation endgültig klären konnte. Aber die Cuedan-Elf hielt in dieser Phase des Spieles mit, hatte sogar über einige Minuten leichte Vorteile und zwei Abschlüsse von Marius Loba, die jedoch jedes Mal am langen Pfosten vorbeigingen. Mehr aus dem Nichts dann der Führungstreffer der Gastgeber in der 22.Minute. Eine Flanke aus dem Halbfeld von Simon Hifinger fand am Fünfer den Kopf von Michael Wenisch, der als einziger vom Boden wegkam und mittels Innenpfosten traf. Die Gastgeber in der Folgezeit etwas besser im Spiel und mit weiteren Chancen. So vergab Hifinger nach einem langen Ball aus der eigenen Abwehr und kurz darauf aus 16 mtr., als er den Ball am Pfosten vorbeischlenzte. Die Cuedan-Elf agierte in der ersten Hälfte couragiert, konnte in der Offensive aber nur mehr einmal einen Akzent setzen, als Thomas Mittermaier flankte und Patrick Wieser mit dem Kopf nicht richtig hinter den Ball kam. Gut gemeinte Fernschüsse von Raphael Kufner verpufften. Dafür brannte es auf der Gegenseite noch einige Male, so war Torhüter Pol bei einem Freistoß von Hifinger mit einer starken Parade gefragt und als Simmer abzog, fehlten nur Zentimeter zum Einschlag. Statt mit einem knappen 1:0 ging es dennoch mit 2:0 für die gastgebende Spielgemeinschaft zur Pausenbesprechung auf die grünen Wiese, da der Gang zu den Umkleidekabinen in Ramerberg ja ziemlich lang ist. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld, nutzte Hifinger seine Freiheit und ballerte das Spielgerät per Flachschuss ins lange Eck von Keeper Pol, der hierbei keine Chance hatte.
Bereits unmittelbar nach dem Wiederanpfiff die nächste Abschlussmöglichkeit für die Wittmann-Elf, als im Spielaufbau ein leichter Fehler unterlief, Topstürmer Simmer aber seine Chance nicht nutzen konnte. Kurze Zeit später tauchte nach einem erneuten, unnötigen Ballverlust Simmer ein weiteres Mal vor Pol auf, der geschickt den Winkel verkürzte und zur Ecke klären konnte. Die Gastgeber nach dem Seitenwechsel „Bergauf“ spielend nunmehr klar überlegen. Läuferisch und spielerisch gegenüber der Spielvereinigung mehr als deutlich im Vorteil. Straub zielte nach einem Konter neben das Tor, ehe das überfällige 3:0 für die Gastgeber fiel. Es war dennoch ein haarstäubendes Abwehrverhalten, als nach einem Eckball über den gesamten Strafraum, am hinteren Sechzehnereck der frei stehenden Hifinger lauerte, der per Direktabnahme ins kurze Eck traf. Ein zwar schön anzusehender Treffer, aber vermeidbar wie ein Kropf. Die Spielvereinigung in der gesamten zweiten Halbzeit nur mit zwei Torschüssen. So zielte Sebastian Gottwald bei einem zentralen Freistoß aus 25 mtr. doch deutlich über das Tor und kurz vor dem Spielende war es Emanuel Ciurdaru, dessen harmloser Schuss für Keeper Heber nur eine kleine „Fang den Ball“ Übung darstellte. Die Jettenbacher Abwehr permanent gefordert und mit einigen Glück, dass es vorerst beim 3:0 für die Gastgeber blieb. Torhüter Pol mehrmals im Blickpunkt und auch mit Glück, als ein abgefälschter Ball des auffälligen Hifinger so abgefälscht wurde, dass er nicht im langen Toreck landete, sondern um Zentimeter am Pfosten vorbeiging. Die SG-Elf trotz Mehrfachwechsel immer im Vorwärtsgang und mit weiteren Abschlussmöglichkeiten. Die Gastgeber ließen – Gott sei Dank – einiges an Chancen liegen, ehe sie sich erneut auf einen Blackout im Jettenbacher Abwehrzentrum verlassen konnten. Nach einer kurz ausgeführten Ecke war Michael Wenisch an der Fünfmeterlinie mutterseelenallein. Sein freier und gezielter Kopfball bedeutete letztlich den Endstand in einer Partie, in der die Cuedan-Elf nur eine Halbzeit den gewünschten Widerstand gegen eine Niederlage zeigte.
Fazit:
Obwohl man mit einer Niederlage rechnen musste, wirft die Partie für den weiteren Saisonverlauf doch einige Fragezeichen auf. Zum einem die eklatante Offensivschwäche. Zum anderen die immer wieder vorkommenden Unkonzentriertheiten in der Defensive. Klar ist, Trainer Dan Cuedan kann sich keinen effektiven Stürmer schnitzen. Umso wichtiger wäre es, in der Defensive konzentrierter zu arbeiten. Aber man muss auch deutlich aussprechen, dass aktuell nur 4-5 Spieler das nötige A-Klassen -Leistungsvermögen haben. Dazu kommt die bekannte konditionelle Schwäche (ohne Training nichts los) und leider auch der fehlende Kampfgeist, den man im Abstiegskampf jedoch unbedingt braucht. Auch in Ramerberg ging kein Spieler an seine absolute Leistungsgrenze. Das Mannschaftsgefüge – siehe auch die Äußerungen untereinander nach dem Schlusspfiff – keineswegs in Takt. Aber nur gemeinsam, mit der nötigen Einstellung und den nötigen Biss, kann man den Abstieg der bedrohlich nahe ist, noch entgehen. Mit Oberndorf (A), Wasserburg (H), Aschau (A), Soyen (H) und Albaching (A) kommen in den nächsten 4 Wochen die Spiele der Wahrheit. Sich nur auf das Spiel gegen Soyen zu verlassen (einige aus dem Umfeld klammern sich daran) wäre mehr als törricht. Soyen – Gegner nach spielfreien Wochenende sind (A) Waldhausen, (H) Forsting, (A) Jettenbach, (H) Oberndorf, hat ebenfalls noch mehrere Chancen um zu punkten.
Als Anhänger der Spielvereinigung – auch den weitesten Auswärtsweg nahmen viele Fans auf sich – kann man nur an die Mannschaft appellieren. Gebt gemeinsam alles! Nur mit Geschlossenheit, Kampfgeist und absoluten Willen (Litaneihafte Predigt) darf man noch auf den Klassenerhalt hoffen.
Ramerberg – 26.April 2026
Bericht: Peter Schillmaier