Spielvereinigung unterliegt mit 2:3 im Kellerduell beim SV Waldhausen
Nein, sagte bereits vor der Begegnung Jettenbachs Trainer Dan Cuedan, der seiner Mannschaft bei der Besprechung nur 3 Worte mit auf dem Weg gab: Sieg-Sieg-Sieg! Seine Elf konnte den Optimismus ihres Coaches auf dem Spielfeld nicht umsetzen. Wie im Hinspiel (3:4) unterlag die Spielvereinigung in einem Schlüsselspiel erneut knapp. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit setzte Thiemo Leupoldt den Lucky Punch. Letztlich hätte das Spiel keinen Sieger verdient gehabt, aber den Gastgebern dürfte das ziemlich „Schnuppe“ sein. Der Vorsprung gegenüber der Spielvereinigung im Abstiegskampf nunmehr 6 Punkte, ein „Pfund“ das mehr als 500 Gramm wiegt! Zahlreiche Zuschauer, darunter auch viele Jettenbacher, sahen wie erwartet keinen spielerischen Leckerbissen. Dafür sind beide Teams in ihren Fähigkeiten doch zu stark begrenzt. Viel Kampf und auch viel Krampf, so kann man das Spiel kurz zusammenfassen. Für die Spielvereinigung wird es im Rennen um den Klassenerhalt natürlich noch einmal um einiges enger und schwerer, zumal in den nächsten beiden Spielen die Klassenprimusse und Aufstiegsaspiranten SV Forsting/Pfaffing (kommenden Samstag um 15.00 Uhr in Jettenbach) und anschließend Auswärts der SV Ramerberg/Rott auf die Mannschaft um Kapitän Sebastian Gottwald warten. Danach heißt es in den restlichen 5 Spielen (Gencl.Wasserburg, Oberndorf, Aschau 2, Soyen, Albaching) ultimativ Farbe zu bekennen, ansonsten ist das Kapitel A-Klasse für die Spielvereinigung geschlossen!
Spieldaten:
Ergebnis: 3:2 (1:1)
Tore: 1:0 (12.Min.) Fabian Glier – 1:1 (38.Min.) Florian Mittermaier – 1:2 (66.Min.) Sebastian Gottwald – 2:2 (67.Min.) Florian Hütter – 3:2 (88.Min.) Thiemo Leupoldt;
Zuschauer: 130 – chätzung Berichterstatter (laut SR-BFV-Angabe: 160)
Schiedsrichter: Franz Romig, TSV Buchbach
Hatte das Derby im Griff und leitete das Spiel in seiner bekannten Art und Weise.
Gelbe Karten:
SV Waldhausen: Florian Hütter, Maximilian Schuhbeck, Thiemo Leupoldt, Jonas Seidl, Christoph Hütter;
SpVgg Jettenbach: Sebastian Gottwald, Michael Gottwald;
Aufstellungen:
SV Waldhausen: Stefan Oberbauer, Timo Pointl, Markus Oberbauer, Florian Hütter, Maximilian Schuhbeck, Thiemo Leupoldt (C), Fabian Glier, Sebastian Hütter, Andreas Hilger, Matthias Pfenninger; Johann Zieglgänsberger;
Eingewechselt: Jonas Seidl (58.Min.), Martin Kailer (46.Min.), Tobias Ober (76.Min.), Andreas Wimmer (58.Min.);
Trainer: Stefan Balk
SpVgg Jettenbach: Alexandru Pol, Florian Asanger, Thomas Mittermaier, Emanuel Ciurdaru,
Florian Mittermaier, Patrick Wieser, Maximilian Mußner, Danis Glamocic, Raphael Kufner,
Sebastian Gottwald (C), Michael Gottwald;
Eingewechselt: El Mehdi Dkhissi (73.Min.), Hamza El Maoui (46.Min.), Marius Loba (46.Min.);
Trainer: Dan Cuedan
Spielbericht:
Es war ohne Frage ein eminent wichtiges Spiel für beide Teams, das am 15.Spieltag auf dem Sportplatz des SV Waldhausen an der Schulstraße angesetzt war. Denn beide Mannschaften stehen im Tabellenkeller, kämpfen um den Abstieg und haben eine lange Durststrecke hinter sich. Die Spielvereinigung gewann ihr letztes (und bisher einziges) Punktspiel am 24.Oktober 2025 gegen den SV Aschau 2. Die Mannschaft aus Waldhausen siegte das letzte Mal am 11.Oktober 2025 und der Gegner hier hieß auch Aschau 2. Beide Mannschaften starteten deshalb etwas abwartend in das Derby. Man wollte keine Fehler machen und auch nicht in Rückstand geraten. Nachdem Florian Mittermaier in der 10.Minute den ersten Torschuss (zu wenig Druck deshalb kein Problem für Keeper Oberbauer) abgab, passierte das erste Missgeschick Jettenbachs Torwart Pol nur zwei Minuten später, als er einfach nicht auf der Höhe des Geschehens war und viel zu zögerlich agierte. Sozusagen aus dem Nichts markierte Waldhausens Fabian Glier (6 Saisontreffer) den Führungstreffer für sein Team. Er traf dabei sogar den Ball nicht richtig, der dennoch den Weg ins Netz fand. Die laut BFV -Vorbericht (Algorithmus) leicht favorisierten Gastgeber, sagten natürlich Danke und hätten kurz darauf nachlegen können ja müssen, als Andreas Hilger nach einem Querpass am hinteren Pfosten aus 5 mtr. frei zum Abschluss kam. War es der Rasen beim Abschluss oder der Stürmer selbst, der Ball ging doch eine gute Etage über das Jettenbacher Tor. Der Kelch einer frühen Vorentscheidung ging für die Spielvereinigung vorbei, selbst hatte man im Anschluss erneut durch Florian Mittermaier (rutschte beim Schuss aus) und durch Danis Glavocic (Kopfball nach Flanke Wieser-neben das Tor) sowie Thomas Mittermaier (Kopfball nach Ecke Wieser- Torwart Oberbauer lenkte den etwas zu zentralen Ball über das Tor) drei Chancen zum Ausgleich. Die Spielvereinigung in dieser Phase des Spieles mit leichten Vorteilen und einem weiteren Abschluss durch Flo Mittermaier nach einem schnell ausgeführten Freistoß. Das Netz flatterte, der eine oder andere Zuschauer sah den Ball im Tor der Gastgeber, es war aber nur das Außennetz. Der bis dato gefährlichste Jettenbacher Angreifer hatte aber kurz danach dennoch seinen Glücksmoment, als er nach einen der nur wenigen schönen Spielzüge (Glamocic, Kufner, Michi Gottwald) über Außen kommend, ins lange Eck zum Ausgleich traf. Wie die Gastgeber nach ihrem Führungstor, hätte auch hier nur kurz darauf Maxi Mußner nachlegen können, als er ebenfalls frei aus gut 13.mtr. zentral im Strafraum zum Abschluss kam. Es fehlte die Ruhe – er hatte den freien Platz um noch gehen zu können um anschließend denTorwart zu fragen, wohin mit dem Ball – um mit einer Führung in die Kabine gehen zu können. Auch die letzte gefährliche Aktion vor dem Pausenpfiff gehörte der Spielvereinigung, als Raphael Kufner einen Distanzschuss vom Stapel ließ, der das Dreieck nur ganz knapp verfehlte. Torhüter Oberbauer hätte keine Chance gehabt.
Mit Wechseln auf beiden Seiten ging es in die zweite Spielhälfte. Waldhausens Coach Stefan Balk brachte Martin Keiler, auf Jettenbacher Seite ersetzte Marius Loba den körperlich bereits ausgepumpten Florian Mittermaier. Zudem kam Hamza El Maoui auf das Spielfeld. Das Spiel war in der Folge ein klassischer Abnutzungskampf mit nur wenigen Höhepunkten. Die Härte nahm etwas zu ohne jedoch komplett auszuarten. Wenn die Beine schwerer werden, geht es halt mehr auf die Knochen! Als sich Maxi Mußner auf der Außenbahn durchsetzte, konnte Patrick Wieser seine Flanke nicht in ein Erfolgserlebnis umsetzen. Der Schuss aus der Drehung ging knapp am langen Pfosten vorbei. Die Gastgeber nach dem Seitenwechsel etwas agiler als die Cuedan-Truppe und dennoch in der 66.Minute im Rückstand. Ein Freistoßtreffer aus gut 25 mtr. Entfernung fand seinen direkten Weg ins Waldhausener Tor. Kapitän Sebastian Gottwald übernahm die Verantwortung. Als alle mit einem Chipball in die Mitte rechneten, überraschte er Keeper Oberbauer mit seiner 2-Mann-Abwehrmauer mit einem platzierten Schuss ins kurze Torwarteck. Statt das Momentum zu nutzen, sorgte fast im Gegenzug ein erneutes schwaches Abwehrverhalten für den Ausgleich der Gastgeber. Florian Hütter sagte Danke für die Freiheit und brachte mit einen Distanzschuss ebenfalls ins kurze Torwarteck seine Elf wieder ins Spiel zurück. Die Begegnung in der Folgezeit alles andere als sehenswert, aber auf Grund des Spielstandes natürlich spannend. Zu guter Letzt waren es die Gastgeber, die in dem Bigpoint-Spiel das bessere Ende für sich hatten. Die schlechteste Abwehr der Liga (nunmehr 61 Gegentreffer in 13 Spielen) ein drittes Mal offen und unkonzentriert. Nach einem Querpass hatte Oldie Thiemo Leupoldt freie Schussbahn und er nutzte diese zum etwas schmeichelhaften, aber umjubelten Siegestreffer für die Balk-Elf. In den nur wenigen restlichen Minuten der regulären Spielzeit und der fünfminütigen Nachspielzeit, fehlte der Spielvereinigung die Kraft und die spielerische Fähigkeit, um noch den Ausgleichstreffer zu erzielen.
Spielfazit:
Ein wichtiges Spiel ging für die Spielvereinigung unter den Augen ihres Pfälzer Freundes Mike Schepanski in die Hosen. Man hätte mit einem Sieg zu den Gastgebern aufschließen und Selbstvertrauen für die Schlussphase der Saison tanken können. So aber haben die Gastgeber das Momentum (wechselte während der Begegnung mehrmals zwischen den beiden Teams) aktuell auf ihrer Seite. Die Mannschaft um „Oberchef“ Klaus Seidl (großes Fairplay, als er sich kurz vor Schluss als einziger um den verletzt außerhalb des Spielfeldes am Boden liegenden Thomas Mittermaier kümmerte) hat nunmehr 6 Punkte Vorsprung vor der Spielvereinigung. 6 Punkte, die man sich bei den beiden Lokalderby-Siegen holte! Die Cuedan-Elf hat es zwar noch in eigener Hand den Klassenerhalt zu sichern. Doch dazu benötigt es nicht nur eines Sieges gegen den unmittelbaren Konkurrenten TSV Soyen, sondern es bedarf auch noch zusätzlicher Punktgewinne – wenn möglich Siege – gegen andere Teams. Im Spiel gegen Waldhausen konnte man nicht feststellen, dass die Mannschaft zum Allerletzten, also sozusagen zum „Kotzen“ bereit ist. Die Kampfbereitschaft war zwar vorhanden, aber man muss in solchen Spielen über seine Grenzen gehen. Die bekannten Schwächen (Abwehr- und Abschlussschwäche, Zweikampfverhalten, Unkonzentriertheiten, spielerische Mängel und vor allem konditionelle Defizite) waren auch in Waldhausen zu sehen. Dennoch hätte sich das Team zumindest einen Punkt – wenn nicht mehr – verdient gehabt. Aber der Abstiegskampf ist halt kein Wunschkonzert, sondern harte, sehr-sehr harte Arbeit!
Waldhausen – 11.April 2026
Bericht: Peter Schillmaier