Kurioses Match mit deutlichem Ausgang

Spielvereinigung unterliegt in Amerang mit 2:6

Über die gesamte Spielzeit auf Augenhöhe und dennoch klarer Verlierer. Nicht nur auf den Zuschauerrängen war das Duell zwischen dem letztjährigen Kreisklassenabsteiger SV Amerang und der Spielvereinigung Jettenbach ausgeglichen, auch auf dem Spielfeld sah man fast gleiche Spielanteile. Dass Momentum wiegte in den 90 Minuten zwischen den Mannschaften hin und her.  Das dennoch nach dem Schlusspfiff ein 6:2 auf der Anzeigetafel stand, hatte natürlich seine Gründe. Drei Tore innerhalb von drei Minuten in der Nachspielzeit  und vorherige weitere kapitale Schnitzer der Kufner-Elf während der regulären Spielzeit, ermöglichten den SV Amerang im vorgezogenen Spiel der dritten Runde am Donnerstagabend letztlich einen Kantersieg. Geschenke sollte man annehmen, so der Ameranger Kassier während seiner „Sammelrunde“. Seine Elf ließ sich nicht zwei Mal bitten. Für die Kufner-Truppe natürlich extrem ärgerlich, weil durchaus ein Punkt möglich gewesen wäre. So steht man nach 3 Spieltagen punktelos und mit der schweren Hypothek von 3:13 Toren am Tabellenende und ist somit bereits früh in den Abstiegskampf verwickelt. Zumal die nächsten Aufgaben es in sich haben. Nach einer kurzen Spielpause warten heikle Aufgaben auf Gottwald und Co. Zunächst steht das Lokalderby beim starken Aufsteiger TSV Taufkirchen an, bevor es innerhalb weniger Tage in den Heimspielen gegen den weiteren Aufsteiger SV Schonstett und dem Lokalrivalen SV Waldhausen, wenn man so will, bereits um die sogenannte Wurst in der Hinrunde geht! SV W-Präse Klaus Seidl war in Amerang als Zuschauer zugegen. Ob als Sympathisant der Spielvereinigung (ist ja Vereinsmitglied) oder als sogenannter Spion für seinen Herzensklub, ließ das Schlitzohr offen.

Spieldaten:

Ergebnis: 6:2 (2:0)

Tore: 1:0 (35.Min.) / 2:0 (45+1.Min.) Bastian Wurmannstetter – 3:0 (46.Min.) Artur Begert (Eigentor) – 3:1 (62.Min.) Patrick Wieser – 3:2 (76.Min.) Marcel Schesler – 4:2 (90.Min.) Tobias Teply – 5:2 – (90.+1.Min.) Pascal Spindler – 6:2 (90.+3.Min.) Florian Grulke;

Schiedsrichter: Jens Hofmann, TSV Soyen

Der nicht mehr zu den blutjungen Schiedsrichtern zählende Novize (legte seine Prüfung erst 2025 ab) stand unter Beobachtung. Er muss sicherlich noch lernen und damit Erfahrungen sammeln. Von den zahlreichen Zwischenrufen einiger Jettenbacher Fans (Emotionen gehören zu einem Fußballspiel, aber einige Kommentare waren unnötig) ließ er sich nicht beeindrucken, zog seine Linie durch.

Zuschauer: 75 (davon zahlreiche Jettenbacher Fans)

Gelbe Karten:

SV Amerang: Pascal Spindler, Dennis Bayreuther;

SpVgg Jettenbach: Alexandru Pol, Lukas Beham, Maximilian Mußner;

Aufstellungen:

SV Amerang: Raphael Hauner, Simon Russwurm, Matthias Noppl, Bastian Kloos, Max Hutzler, Marco Schmidt (C), Florian Grulke, Vincent Tittel, Bastian Wurmannstetter, Pascal Spindler, Dennis Bayreuther;

Eingewechselt: Tobias Teply (60.Min.), Viktor Hubanov (69.Min.) Sebastian Heppel (90.+3.Min.);

Trainer: Andreas Dumpler

SpVgg Jettenbach:

Alexandru Pol, Florian Asanger, Erasmus Kurtz, Lukas Beham, Sebastian Gottwald (C), Patrick Wieser, Anton Hannak, Iulian Stoica, Emanuel Ciurdaru, Raphael Kufner, Artur Begert;

Eingewechselt: Marcel Schesler (46.Min.), Maximilian Mußner (56.Min.), Jasmin Pedljic (80.Min.), Alexander Hannak (85.Min.);

Trainer: Raphael Kufner   

Spielbericht:

Nur sehr wenige Begegnungen gab es zwischen den beiden Mannschaften in den letzten 30 Jahren. So traf man sich auf Punktspielebene in der B-Klasse 3 in der Saison 2001/2002, als die Spielvereinigung Meister wurde, aber in Amerang in einem absolut kuriosen Match mit 7:6 verlor. Ein weiteres Aufeinandertreffen gab es in der Saison 2005/2006 in der A-Klasse Gruppe 3, als man in Amerang mit 5:3 unterlag und zu Hause mit 2:2 (Torschützen: Armin Spiel, Bernhard Stecher) remisierte. Dazwischen gab es für beide Teams unterschiedliche Verläufe. Während die Spielvereinigung stets zwischen A- und B-Klasse pendelte, war der Verlauf der Ameranger Fußballgeschichte zwischen Bezirksliga und A-Klasse. Dorthin stieg man nach der letzten Saison ab. Ein Betriebsunfall, den man schnell korrigieren will. Dass dies nicht von heute auf morgen passieren wird, bewies nach dem Auftaktsieg gegen Waldhausen bereits die deutliche Niederlage in Maitenbeth.

Auch gegen die Spielvereinigung taten sich die Gastgeber auf der schönen und weitläufigen Anlage fast im Ortskern nicht so leicht, wie es das Endergebnis aussagt. Die Gastgeber kamen zwar etwas besser in die Begegnung als die Kufner-Elf, hatten auch die ersten Abschlussmöglichkeiten, konnten aber aus der Überlegenheit lange Zeit daraus kein Kapital schlagen. So klärte Lukas Beham mit körperlichem Einsatz eine gute Chance der Gastgeber und als Torhüter Pol in einem 1:1 Duell vor der Strafraumlinie zu kurz klärte, ging der anschließende Distanzschuss knapp am leeren Tor vorbei. Zwei Ameranger Ecken führten zudem für Gefahr. Einmal klärte Pol, ein weiteres Mal ging ein Kopfball am hinteren Pfosten vorbei. Jettenbach`s Fans unterstützten die Mannschaft, die in der Folge besser ins Spiel fand, aber in der Offensive zu harmlos agierte. Wirbelwind Bassala Torre fehlte an diesem Flutlichtabend. Die Pässe kamen zu ungenau, die Abwehr der Gastgeber dadurch selten in Verlegenheit. Großartige Torchancen nicht zu verzeichnen. Auf der anderen Seite fing man sich noch vor dem Pausenpfiff zwei „billige“ Tore. Das 1:0 durch Wurmannstetter nach einem weiten Einwurf von Pascal Spindler in den Fünfer, legten sich Pol und Co. praktisch selber ins Nest und beim 2:0 unmittelbar vor dem Pausenpfiff, agierte Keeper Pol (Licht und Schatten) beim Herauslaufen zu unentschlossen. Dadurch hatte erneut Wurmannstetter leichtes Spiel.

Mehr als unglücklich verlief auch der Auftakt zur zweiten Halbzeit. Bereits der erste Angriff der Gastgeber führte zum 3:0. Erneut passte man nach einer Ecke nicht auf und am hinteren Pfosten führte dann noch dazu ein Eigentor von Begert zur klaren Führung für die Gastgeber. Ein Tor in der 45.Minute und ein Tor in der 46.Minute. Brutale Nackenschläge, die es wegzustecken hieß. Und die Mannen um Kapitän Sebastian Gottwald zeigten Moral. Man kämpfte sich in die Partie zurück. Eine erste große Chance zum Anschlusstreffer hatte Iulian Stoica, der nach einem Steckpass zu früh und zu überhastet abschloss. Man hätte ihm gerne zugerufen: Junge geh noch ein paar Meter, der Platz ist da und frage dann den Torwart, wohin mit der Kugel. Als Patrick Wieser nach Vorarbeit von Kufner erstmals erfolgreich die Abwehrschwächen der Gastgeber aufdeckte, keimte neue Hoffnung auf. Und diese wurde in der 76.Minute verstärkt, als Marcel Schesler auf 3:2 verkürzte. Es entwickelte sich in der Schlussphase ein offenes Spiel, in denen beide Teams offensiv aber nur wenig boten. Die Spannung lebte bis zur 90.Minute. Dann brach ein Inferno über die Spielvereinigung herein. Und das Feuer entzündende die Spielvereinigung selbst. Erneut verirrte sich Keeper Pol außerhalb des Strafraumes – die Abwehr war allerdings zu offen – so dass Tobias Teply die Vorentscheidung herbeiführen konnte. Die Jettenbacher Abwehr in den weiteren Minuten bis zum Schlusspfiff dann chaotisch unterwegs. Dies führte noch zu weiteren zwei Treffern. Binnen 3 Minuten wurde aus einen offenen 3:2 ein klares 6:2 Endergebnis. Fußball kann brutal sein!

Fazit:  

Man muss aus den (individuellen) Fehlern schleunigst lernen und diese abstellen. Sonst wird es ganz schwer, Spiele zu gewinnen. Abwehrarbeit beginnt bekanntlich im Angriff und endet hinten. Konsequentes Arbeiten und gegenseitiges Unterstützen in den Zweikämpfen ist angesagt. Lobenswert die Moral und der Kampfgeist. Tugenden, die aber Grundvorsetzung sein müssen um im Abstiegskampf (da braucht man nicht drum herum zu reden), bestehen zu können. Es heiß die Niederlage in allen Einzelheiten zu analysieren, abzuhaken und mit Zuversicht in die kommenden Aufgaben zu gehen. Kopf hoch Jungs!

Amerang – 10.September 2026

Peter Schillmaier